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Fasziniert von den Symbolen der Maya

Michael Rudigier stellt im Schlosspark Pavillon aus.

Bad Säckingen. Der geheimnisvolle Titel hat wohl manchen Neugierigen in den Schlosspark Pavillon gelockt: "Das Maya-Orakel" ist das große Ausstellungsthema des Görwihler Malers Michael Rudigier. Die Kultur und Lebensweisheit der Indianer, vor allem aber die Zeichen und Symbole der Maya, die sich mit dem Kosmos, dem Universum, der Enstehung des Seins, der Kraft des Geistes und dem Geheimnis des Menschseins beschäftigen, haben den Künstler fasziniert.

Michael Rudigier hat es sich nun zum künstlerischen Auftrag gemacht, die mystischen Symbole des Maya-Orakels in seiner speziellen Aquarelltechnik umzusetzen und wünscht sich von seinen Ausstellungsbesuchern, dass diese etwas von der Schwingung und der Energie dieses chiffrierten Sonnensiegels aufnehmen. Die ursprünglich in Stein gemeißelten Zeichen erscheinen in den Aquarellbildern durch die intensiven Farben und Effekte der verlaufenden, fließenden Konturen noch mystifizierter. Charakteristisch für alle diese Bilder vom Maya-Orakel ist die runde Scheibe, die die Sonne symbolisiert. Der Maler konfrontiert den Betrachter hier mit dem Vermächtnis eines sagenumwobenen Volkes, das große Städte, Pyramiden und Tempel erbaute und über bedeutendes astronomisches und mathematisches Wissen verfügte.

Die indianischen Symbole für Sonne, Mond, Stern, Erde, Mensch oder Wind sind codiertes Wissen um die wesentlichen Zusammenhänge von Leben und Universum.

In seiner Einführungsrede nannte es Harry Schwarz die "Überleitung zu einer Weisheit, zu einer galaktischen Energie".

Das Maya-Orakel ist in des nur ein Teil der Ausstellung, die einen großen Querschnitt aus den Werken von Michael Rudigier zeigt und durch eine breite, vielseitige Palette von Bildern unterschiedlichster Techniken und Motive imponiert. Stark geprägt ist der Künstler vom Surrealismus, wie er sagt "seine eigentliche Liebe in der Malerei". Diese Darstellung des Unbewussten, der Phantasien, Emotionen und Traumvisionen ist für Michael Rudigier ein ideales Ausdruckmittel. Unübersehbar ist auch, dass sich der Maler mit dem übersinnlichen, dem Spirituellen auseinandersetzt und daraus Inspiritationsquellen für seine Bilder bezieht. Laudator Harry Schwarz bezeichnete Rudigiers Arbeiten sehr treffend als "Reise ins Ich, in die Natur, in die Zukunft".

In dem großformatigen, surrealisten Ölgemälde "Vergänglichkeit des irdischen Lebens" behandelt Rudigier das Thema Reinkarnation und stellt ein schlafendes Gesicht als verlöschende Kerze dar. Eine andere surreale Vision ist der kraftvoll gemalte Frauenakt in Gestalt eines Baumes. Eine ähnliche Metamorphose hat der Künstler in dem Gemälde "Der Mensch und die Pflanze" geschaffen: Ein menschlicher Körper, der aus einem rissigen Boden wächst und einen Kopf in Pflanzenform hat.

Auch literarische und poetische Texte und Geschichten inspirieren Rudigier zu seinen vieldeutigen, rätselhaften Traum- und Symbolbildern wie etwa der "Möwe Jonathan", deren Flügel ein Surfsegel ist, umgeben von einer gewaltigen Meereswoge. Die Bildsymbole von Michael Rudigier drücken Wünsche, Ängste, Gefühle, Sehnsüchte, Träume aus, auch das Bild eines ruhenden, schlafenden Menschen über einer Gruft, gemalt nach einem Gedicht von Novalis. Auch die atmosphärisch gemalten "Wolken über dem Hotzenwald" sind eine Vision von Licht und himmlischen Sphären.

Ein besonderes Kapitel in der Werkschau nehmen die sehr ausdrucksvollen, prägnanten und fotorealistisch präzisen Portraits in Aquarell, Kohle und Pastellkreide ein. Das Gesicht eines Mädchens aus Kambodscha, ein Maya-Junge oder die alten, weisen, zerfurchten, vom Leben gezeichneten Indianergesichter sprechen den Betrachter unmittelbar an. Auch Rudigiers Aquarelle, in denen sich indianische Kultur und Lebensphilosophie spiegeln, wirken durch ihre eindringliche und malerisch-poetisch verschlüsselte Botschaft von der Einheit von Mensch und Natur. Die passende Folklore-Musik zu diesen Bildern fremder Vöker und Kulturen steuerte bei  der Vernissage die temperamentvolle indianische Gruppe "ARUMA de Bolivia" bei. 

(Roswitha Frey)


Die absolute Idee der Freiheit

Vernissage im Pro Musica Haus Bruckmühl

Das gab es noch nie in Bruckmühl !

Vernissage-Beucher, die miteinander in Harmonie schweigen.

Nach musikalischer und verbaler Vorstellung des Künstlers durch Karsten Klünder und Darbietung des den Rudigier Bildern zugrundeliegenden Demmler-Textes: Die Reise zum Mittelpunkt des Menschen, war das Publikum ergriffen. Nach längerem harmonischen Miteinander-Schweigen im sonst nicht leisen Pro Musica Haus folgten viele Fragen an den 1960 in Waldshut geborenen Rudigier. Der sehr bescheidene, zurückhaltende Künstler antwortete und machte deutlich, welche Problematik in seinen Bildern steckt.

Er zeigt in einer Collage, wie Menschen mit geistiger Behinderung von der Gesellschaft in einem Rahmen hinter Glas gehalten werden. Bei Rudigier zerbricht jedoch die Scheibe und Befreiung folgt... "Und da blüh´n fremde Blumen, noch nie mir erblüht, warum blüh´n sie nicht draußen, wo jeder sie sieht", ist der Titel dieses Werkes.

Das (Öl)-Abbild der großen Möwe Jonathan zeigt und sagt der Maler, ist die Absolute Idee der Freiheit.

Rudigier, der sich selbst als Surrealist sieht, stellt auch sehr realistisch gehaltene Pastellkreide Zeichnungen mit einer ungewöhnlichen Detailvielfalt aus.

In allen Werken Rudigiers, der der Künstlergruppe "Signum" um Georg Schell in Freiburg angehört, offenbart sich das zarte Ich des sensiblen Künstlers.

Seine Aquarelle erschließen sich dem Betrachter erst nach längerem SEHEN: Winzige Details wie Augen, ein sitzender Indianer oder die weiten Schwingen eines Vogels werden plötzlich sichtbar.

Elke Gross, die Leiterin der Galerie bedankte sich bei Michael Rudigier für die vielen Denkanstöße und die menschliche Wärme, die besonders im gemeinsamen Schweigen zum Ausdruck kam.

Gleichzeitig freute Gross sich, den Pro Musica Schülern diese ausgefallenen Kunstobjekte zeigen zu können.

(Schwaiger)

 

Unbegrenzte Phantasie

Bilder von Michael Rudigier im Fricktaler Hof in Sisseln CH

Die Erde bebt. Die Scholle reisst, heraus bricht Leben: ein menschlicher Torso mit Pflanzenkopf und Pflanzenhand. Die Einheit von Mensch und Natur ist das Thema dieses und anderer Bilder von Michael Rudigier, die seit dem 21. Juli im Fricktalerhof in Sisseln zu sehen sind.

Rudigier ist ausgebildeter technischer Zeichner. Er hat eine Leidenschaft, die ihn seit seiner Kindheit nicht mehr losgelassen hat: die Malerei. Ihr widmet er einen grossen Teil seiner Freizeit.

Wenn in seinem Haus in Görwihl meditative Musik erklingt, dann ist er in seine Welt der unbegrenzten Phantasie eingetaucht und malt. Darüber kann er alles vergessen.

Michael Rudigier hat sich mit verschiedenen Maltechniken beschäftigt, beispielsweise Öl und Aquarell. Nach seiner Ausbildung hat er ein Fernstudium für angewandtes Zeichnen und Graphik und 1985 einen Zeichen- und Malkurs bei Georg Schell in Freiburg absolviert. Im selben Jahr wurde er Mitglied der von Schell gegründeten Kunstgemeinschaft Signum, die jedes Jahr Studienreisen in europäische Kunstzentren durchführt und Gemeinschaftsausstellungen für ihre Mitglieder organisiert. Seit 1984 konnte Rudigier seine Bilder in zwölf Ausstellungen in der Bundesrepublik Deutschland zeigen.

Im Fricktaler Hof hat er nun eine Auswahl von Ölbildern und Aquarellen zusammengestellt, die voraussichtlich noch bis November besichtigt werden können. (Barbara Gruenhut)